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Das Agrarumweltmonitoring (AUM) des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) vermittelt einen Überblick über die ökologische Entwicklung der Schweizer Landwirtschaft. So wird in den betroffenen Bereichen (Stickstoff- und Phosphorkreislauf, Energie, Kima, Boden, Wasser, Biodiversität) der Einfluss der Landwirtschaft auf die Umweltqualität und die Reaktion der Umwelt auf die landwirtschaftliche Praxis beobachtet und gemessen. Die Rechtsgrundlage für das Monitoring bildet die Verordnung über die Beurteilung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Diese besagt, dass sich das AUM auf Agrarumweltindikatoren (AUI) stützen soll, welche mit den internationalen Normen (Eurostat und OECD) vergleichbar sind und die quantitativen und qualitativen Auswirkungen der Agrarpolitik auf nationaler (nationale Statistiken und Inventare), regionaler und einzelbetrieblicher Ebene (Zentrale Auswertung der Agrarumweltindikatoren, ZA-AUI) beurteilen.

Die wichtigsten AUI auf nationaler Ebene

Anhand einer Auswahl an nationalen AUI wie dem Energieverbrauch, der Stickstoff- und Phosphorbilanz sowie den Ammoniak- und Treibhausgasemissionen (international vergleichbare AUI) kann ein Agrarumweltprofil für die Schweiz seit 1990 erstellt werden. Dieses Gesamtbild zeigt deutliche Rückgänge der Emissionen, der Stickstoff- und Phosphorüberschüsse (Input minus Output von N und P) und des Energieverbrauchs in den Jahren 1990 bis 2000. Ab Beginn der 2000er Jahre blieben diese AUI stabil, mit Ausnahme des Energieverbrauchs, der sich zwischen 2000 und 2007 erhöhte. Diesen Beobachtungen müssen dem besonders starken Wachstum der landwirtschaftlichen Produktion ab Beginn der 2000er Jahre gegenübergestellt werden. So verfolgt die Effizienz von Stickstoff und Phosphor (Output dividiert durch Input von N und P) einen stetigen, leichten Anstieg, während die Energieeffizienz (Quotient aus produzierter Energie und verbrauchter Energie) stabil bleibt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist die Entwicklung des Nutztierbestands (Nutztiere) und der landwirtschaftlichen Nutzfläche (Landwirtschaftliche Nutzfläche).

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Weitere Informationen über die Entwicklung der AUI können früheren Agrarberichten themenspezifisch entnommen werden (2014: Phosphorbilanz, 2015: Energie und Treibhausgasemissionen, 2016: Stickstoffbilanz und Ammoniakemissionen)
Ausserdem können die aktualisierten Daten zu den AUI auf nationaler Ebene im Download-Center der Rubrik «Service» unter dem Stickwort «Agrarumweltindikatoren und ­kennzahlen auf nationaler Ebene 1990 – 2015» heruntergeladen werden.

Die wichtigsten AUI im internationalen Umfeld

2013 publizierte die Gemeinsame Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Umwelt (JWPAE) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, 34 Mitgliedstaaten, OECD) einen Bericht, der die wichtigsten AUI für jeden Mitgliedsstaat für den Zeitraum von 1990 bis 2010 zusammentrug (OECD 2013). Dieser Bericht ermöglichte erstmals einen standardisierten Vergleich der Agrarumweltleistungen unter den Mitgliedstaaten, wobei auf die Grenzen der Auslegung und die nötigen Fortschritte hingewiesen wurde. Wenn man die oben genannten nationalen AUI nimmt und deren Entwicklung mit jener in anderen Ländern vergleicht, lässt sich feststellen, dass die meisten Länder ihre Emissionen oder Überschüsse nach 2000 weiter gesenkt haben, während in der Schweiz der Trend des Zeitraums von 1990 bis 2000 nicht weiterverfolgt wurde.

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Entwicklung der wichtigsten AUI in den Zeiträumen 1990 – 2000 (oben) und 2000 – 2010 (unten) für die Schweiz und andere Länder. N- und P-Bilanz: Stickstoff- und Phosphorbilanz (Differenz zwischen Input und Output in Kilotonnen), NH3: Ammoniakemission in Kilotonnen, THG: Treibhausgasemissionen (in Kilotonnen CO2-Äquivalent). Daten aus OECD (2013), OECD Compendium of Agri-environmental Indicators, OECD Publishing.


Derzeit arbeitet die OECD eng mit Eurostat zusammen, um die jeweiligen Datenbanken koordiniert zu aktualisieren. Bis Ende 2018 sollten alle AUI für den Zeitraum von 1990 bis 2015 aktualisiert sein. Die JWPAE hat beschlossen, vorläufig thematisch getrennte Kapitel für jeden AUI herauszugeben, plant jedoch auch die Publikation eines Berichts analog zu jenem von 2013. Einige AUI wurden bereits aktualisiert und können unter den folgenden Links eingesehen werden:

ZA-AUI: jüngste Entwicklungen und Resultate

Die Anzahl Betriebe, die an der ZA-AUI teilnehmen, hat leicht zugenommen (von 254 auf 270). Die drei Orientierungstage für Bewirtschafter, die im November 2016 stattfanden, wurden erneut auf Betrieben durchgeführt, die am Projekt teilnehmen, und zwar in Sulz (AG), Pomy (VD) und Sevelen (SG). An diesen Veranstaltungen wurden die Landwirte über das laufende politische Geschehen und Aktualisierungen der Datenerfassungssoftware informiert und erhielten eine eingehende Analyse von AUI mit den Daten des Gastgeberbetriebs. Erstmals wurde den Landwirten, die an den Veranstaltungen zugegen waren, auch die N- und P-Bilanzen ihrer eigenen Betriebe ausgehändigt. Die Orientierungstage stiessen auf Anklang und boten Gelegenheit für einen spannenden Erfahrungsaustausch unter Landwirten und Wissenschaftlern von Agroscope. Bis Ende 2017 sollte jeder Bewirtschafter der ZA-AUI die Resultate seines Betriebs für die meisten AUI erhalten. Die Landwirte können so die Agrarumweltleistungen ihrer Betriebe besser einschätzen und mit ähnlichen Betrieben vergleichen.

Seit November 2016 wurden die AUI-Betriebsdaten im Rahmen verschiedener Studien oder Berichte ausgewertet. Zum AUI «Bodenbedeckung» wurde bereits ein Artikel in einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert (Büchi et al. 2015). Auch in der Zeitschrift «Agrarforschung Schweiz» erschien kürzlich eine Publikation zu diesem AUI, unter Berücksichtigung der jüngsten von den Landwirten erhobenen Daten (Büchi et al. 2017). Ausserdem wurden die AUI-Daten im Rahmen einer Wirkungsstudie zur Einführung einer Lenkungsabgabe auf Pflanzenschutzmitteln verwendet (Finger et al. 2016). Im Weiteren wurden die Daten der ZA-AUI herangezogen, um die Ökobilanzen der Weinproduktion in verschiedenen Produktionssystemen zu vergleichen (Wettstein et al. 2016).

Die Daten zu den AUI, die anhand der Betriebsdaten berechnet wurden, können im Download-Center heruntergeladen werden unter der Rubrik «Service» à Zentrale Auswertung Agrarumweltindikatoren 2009 – 2015.

Literatur

Agrarberichte 2014, 2015 und 2016
 
OECD 2013, OECD Compendium of Agri-environmental Indicators, OECD Publishing
 
Eurostat 2017, Agriculture, forestry and fishery statistics — 2016 edition
 
Büchi, L., A. Valsangiacomo, E. Burel, R. Charles. 2015. Integrating simulation data from a crop model in the development of an agri-environmental indicator for soil cover in Switzerland. European Journal of Agronomy
 
Wettstein, S., Stucki, M., Schumacher, P., Meier, M. S., Buchli, J. (2016): Ökobilanz von Schweizer Wein aus ÖLN- und biologischer Produktion. Büchi L., Valsangiacomo A., Burel E., Charles R. 2017. Agrarumweltindikator für die Bodenbedeckung auf Landwirtschaftsbetrieben Agrarforschung Schweiz 8(2), 48 – 55, 2017  

Finger, R., Böcker, T., Möhring, N., Dalhaus, T. (2016). Ökonomische Analyse des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln – Risikoaspekte und Lenkungsabgaben. Bericht zu Händen des Bundesamts für Landwirtschaft. ETH Zürich und Universität Bonn, Oktober 2016.

Jérôme Frei, BLW, Fachbereich Agrarumweltsysteme und Nährstoffe, jerome.frei@blw.admin.ch

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